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Lange Zeit vergangen

Eigentlich wollte ich regelmäßig  und gefühlaktuell über die Situation schreiben. Da meiner Frau das Geschehene peinlich war, hat sie mich gebeten, nicht weiter zu schreiben.

Nun hat sie eingesehen, dass es nur ihr Pech aber nicht Ihre Schuld war und ich kann wieder loslegen.

9 Monate lang war meine Frau im Krankenhaus und REHA. Genau in dieser Zeit habe ich meine Arbeitsstelle gewechselt. Jeden Tag 1 Stunde zur Arbeit und 1 zurück. 2mal die Woche 2 Stunden einfach zu meiner Frau fahren und Nachts wieder zurück. Sich um Haus und Tiere kümmern.

Durch hohe Kosten bei meiner Frau und dem Wegbruch ihres Gehaltes mussten wir notgedrungen unser Haus mit Verlust verkaufen und in Miete gehen. Dort wurde uns und den Mitbewohner nach 2 Jahren mit einem Trick das Haus unter dem Hintern verkauft und umgehend eine Kündigung zugeschickt. Jetzt haben wir eine behindertengerechte Wohnung in Miete und ich habe nur noch 6 km bis zur Arbeit.

Das Ganze hat mich so viel Nerven gekostet, dass ich zwischendurch eine Gesichtslähmung hatte, die zu 98% weg ist.

Meine Frau hat sich, ausgehend von der ersten Prognose, gut gemacht und ich kann froh sein, über "das was" ich zurück bekommen habe.

Aber sie sitzt im Rollstuhl, da sie so gut wie nicht gehen kann. Sie hat kein Kurzzeitgedächtnis und kein Zeitgefühl. Inkontinent ist sie auch.

Viele Kämpfe muss man mit den Behörden und Krankenkassen ausfechten um alle Rechte und Zuschüsse zu bekommen.

 

 

 

8.8.09 19:41


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Echte Freunde

Echte Freunde erkennst Du nur in solchen Situationen.
Am ersten Tag, als es in Ort rumging, was mit meiner Frau ist, hatte ich unzählige Hilfsangebote. Als ich nach 3 Wochen die Ersten um verschiedene Dinge bat, sprangen einige mit windigen Begründungen ab.

Ab es lieben Leute übrig! Leute von denen ich nichts Anderes erwartet habe, aber auch Leute von ich Nichts erwartet habe. Letztere weil ich Sie erst durch das Geschehnis kennengelernt habe. Jeder half auf seine Weise.

Einer kochte immer für uns, wenn wir von der Klinik kamen. Eine hatte IMMER ein offenes Ohr und jede Menge Papiertaschentücher für uns. Und eine Andere hat den Garten gerichtet und Blumen gesetzt.
2.3.08 12:27


Todeskandidatin

Wir sitzen da. Sitzen und warten.

Als wir endlich reindürfen, sehe ich meine Frau vor lauter Geräten und Schläuchen kaum. Der Arzt erklärt,dass, wenn das Team komplett ist, sie in den OP kommt und die Blutung gecoilt wird. (Coilen ist wenn man einen entspiralisierten "Spülschwamm" in Höhe des offenen Gefäßes sich wieder verknäulen lässt.)

Eine Reaktion von Seiten meiner Frau ist nicht zu erkennen. Kann man warm und tot sein? Wir sehen uns an und wir wissen wir sind machtlos. Wir müssen uns auf Andere verlassen und müssen hoffen, dass diese Anderen auch in unserem Sinne arbeiten.

In unserem Sinne?! Was ist im Sinne meiner Frau? Was bekommt sie mit? Will sie noch? Sieht sie das helle Licht am Endes des Ganges? Oder kämpft sie um Rückkehr ins Leben?

Wir verlassen die Klinik und trinken einen Kaffee. Das Handy ruft uns ins Leben zurück. Meine Eltern haben es durch die Nachbarn erfahren, mein Chef durch den Kollegen. ich er zähle zigmal das Selbe und verliere meine Stimme fast stets an der selben Stelle. Wir entschließen uns, in Haus zu fahren und kurz zu schlafen. Freunde der Tochter rufen an und bieten Unterstützung an.

Jetzt merke ich erst, dass Menschen die ich für oberflächlich hielt mir näher stehen und Andere das Weite suchen. In dieser Zeit habe ich gelernt die Freunde meiner Kinder zu schätzen. Die haben abwechselnd Urlaub genommen, haben für uns gekocht, den Garten gepflegt, Hund und Katzen versorgt, eingekauft, mit uns getrunken, gelacht und geweint.
Meine Kollegen haben gesagt, ich soll so lange von der Arbeit fortbleiben, wie ich will. Überstunden hätte ich eh genug. Nur der Chef... aber dazu später.

Unser Tagesablauf sieht für die nächsten Tage immer gleich aus. Morgens mit viel Kaffee aus dem Haus in die Klinik. Im Wechsel zu meiner Frau rein. Mittags ein Kaffee.
Im Wechsel zu meiner Frau rein. Abends heim, reden essen und viel Wein um müde zu werden. Und am Morgen wieder viel Kaffee.

Wir haben über soviel geredet, ich bekomme das Alles garnicht mehr zusammen. Wir sind von Hundersten ins Tausendstel gekommen, Wichtiges und Banales haben sich abgewechselt und es hat gut getan. Gut getan zu reden. Gut getan gehört und verstanden zu werden.

Nach 4 Tagen glauben wir einen leichten Händedruck meiner Frau zu spüren. 
Die Ärzte prüfen und verneinen. 
Am 5ten Tag hatten wir wieder das Gefühl, dass sich was tut. Erst der Assistenzarzt nimmt sich etwas mehr Zeit und bestätigt unsere Annahme.

10 Tage hat es gedauert bis sie die Augen geöffnet hat. Zwischendurch hat man ihr einen Teil der Schädeldecke entfernt, da das Hirn angeschwollen ist. Der Kopf wirkt eingefallen und ich habe Angst, sie an dieser ungeschützten Stelle zu berühren.

Mein Schatz mit kahlem Kopf und Verband, aber mit offenen Augen, wenn auch nur kurzfristig.

Ich danke Gott, Mohammed oder den großen "X" dafür dass sie lebt.
Der Kampf beginnt...


15.12.07 21:11


und plötzlich war alles anders

Sommer 2003. Mitten in der Nacht. Die Schreie, das Gebrabbeln. Wirres Zeug, doch dann wieder ein paar klare Worte. Erbrechen in Rückenlage.
Meine Sinne rotieren. Wollen nicht wahrhaben was sich das abspielt.
Notarzt rufen und stammeln. Dann Warten. Dieses lange, verdammt lange Warten auf den NAW.

Blaulicht! Es kommt ums Eck und hält vor der Tür. Ich renne die Treppe runter, rutsche aus, doch das Adrenalin verhindert eine Reaktion auf den folgenden Schmerz.

Los schnell kommt rein und macht , dass Alles wieder gut wird.
Zeit verrinnt. In Gedanken doppelt so schnell wie auf der Uhr.

Der NAW fährt. Er fährt mit meiner Frau. Er muss einen Umweg fahren, weil die Brücke zu unserem Ort gesperrt ist. Wieder rotieren die Sinne. Soll ich die Kinder jetzt anrufen? Es ist 24 Uhr. Oder fahre ich gleich ins Krankenhaus? Ich rufe schnell einen Kollegen von mir und eine Kollegin von Ihr an und sage, dass wir nicht zur Arbeit kommen. Was soll ich ihr mitnehmen? Ich werfe 3 Zahnbürsten, verschiedene Klamotten, Seife, Kleingeld aber keine Unterhosen in einen kleinen Koffer. Was zum Lesen, aber wo ist ihre Lesebrille? Ich habe den Rahmen in dem sich die Erkrankung abspielen, noch nicht umrissen.

Der Hund rennt draußen rum. Ich pfeife ihn zurück, renne aus der Türe, beinahe ohne Schlüssel. Ab ins Krankenhaus.

Da liegt sie. Intubiert in Narkose für die CT. Während die Ärzte z.T. in Weiß, z.T. in Straßenkleidung sie checken, versucht eine Schwester Daten aus mir herrauszuquetschen.

Wieder werden aus Sekunden Minuten. "Ihre Frau hat eine schwere Hirnblutung. Wir telefonieren noch nach einer Fachklinik, der Heli aus der Schweiz ist gestartet, er ist nachtflugtauglich" Soll ich heulen oder mich freuen? " Wir haben ein Platz in R. bekommen (ca. 80 km entfernt), der Heli fliegt sie hin, sobald sie stabil ist Gehen Sie am Besten nach Hause"

Ich komme irgendwie bei meinem Auto an und sehe, wie der Heli landet. Was soll ich jetzt heimfahren? Ich warte mit dem Gedanken: Bleib hier bis der Heli abhebt. Wenn er leer startet, macht es keinen Sinn die Kinder anzurufen....

Der Heli startet mit meiner Frau. Ich bete. Verdammt, wie lange habe ich das bewußt nicht mehr gemacht?! Ich nehme das Handy und rufe an. Es klingelt. Verschlafen meldet sich mein Sohn. "Bitte weck Deine Schwester. Es ist ganz wichtig" 
Als auch sie wach ist, erzähle ich heulend die Situation. 
Sie lassen Alles stehen und liegen und fahren fast zeitgleich mit mir zur Fachklinik.
14.12.07 23:15


Ein fader Abend

Wieder mal ein Abend, an dem meine Frau was anderes sehen will als ich. Also gebe ich nach. Sie freut sich und sie lacht.
Sie lacht, und das tut mir gut. Wenn sie lacht vergisst sie ein bißchen von dem Leben, das sie nun leben muss.

Sommer wars. Ja, Sommer 2003. Ein heißer Donnerstag. Sie hatte Kopfschmerzen und ich dachte, dass sie wiedermal den ganzen Tag keinen Bissen zu sich genommen hat. Mein Angebot, für sie zu kochen, nahm sie dankend an. Etwas Nudeln, wenig Wein und viel Wasser schienen ihr zu helfen. Schienen... bis zu dem Moment...
Ich werde weiterschreiben, aber nicht jetzt. Jetzt werde ich zu ihr gehen, mich zu ihr auf den Rollstuhl setzen, sie küssen und sagen, dass ich sie liebe. Nicht nur weil ich es will, sondern weil es so ist. Trotz aller Umstände. (Danke fürs Lesen)

14.12.07 20:57


Ein neuer Blogger, auch ein guter Blogger?!

Blogger...

Alles 10-Finger-Exhibitionisten? Alles paranoide Panikverbreiter?

Mir wurde das und anderes nachgesagt, als ich zugab, nach einiger Zeit des reinen Lesens auch aktiv ins Blogger-Milieu einzusteigen.

Nun gut. Sicherlich werde ich mir auch einigen Frust von Seele schreiben, natürlich in der Hoffnung Gleichgesinnte und/oder -denkende zu finden.

Es steht Jeder/em frei, meine Seite zu lesen und, bitte mit Niveau, zu kommentieren

T Steffen S
14.12.07 20:43





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