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und plötzlich war alles anders

Sommer 2003. Mitten in der Nacht. Die Schreie, das Gebrabbeln. Wirres Zeug, doch dann wieder ein paar klare Worte. Erbrechen in Rückenlage.
Meine Sinne rotieren. Wollen nicht wahrhaben was sich das abspielt.
Notarzt rufen und stammeln. Dann Warten. Dieses lange, verdammt lange Warten auf den NAW.

Blaulicht! Es kommt ums Eck und hält vor der Tür. Ich renne die Treppe runter, rutsche aus, doch das Adrenalin verhindert eine Reaktion auf den folgenden Schmerz.

Los schnell kommt rein und macht , dass Alles wieder gut wird.
Zeit verrinnt. In Gedanken doppelt so schnell wie auf der Uhr.

Der NAW fährt. Er fährt mit meiner Frau. Er muss einen Umweg fahren, weil die Brücke zu unserem Ort gesperrt ist. Wieder rotieren die Sinne. Soll ich die Kinder jetzt anrufen? Es ist 24 Uhr. Oder fahre ich gleich ins Krankenhaus? Ich rufe schnell einen Kollegen von mir und eine Kollegin von Ihr an und sage, dass wir nicht zur Arbeit kommen. Was soll ich ihr mitnehmen? Ich werfe 3 Zahnbürsten, verschiedene Klamotten, Seife, Kleingeld aber keine Unterhosen in einen kleinen Koffer. Was zum Lesen, aber wo ist ihre Lesebrille? Ich habe den Rahmen in dem sich die Erkrankung abspielen, noch nicht umrissen.

Der Hund rennt draußen rum. Ich pfeife ihn zurück, renne aus der Türe, beinahe ohne Schlüssel. Ab ins Krankenhaus.

Da liegt sie. Intubiert in Narkose für die CT. Während die Ärzte z.T. in Weiß, z.T. in Straßenkleidung sie checken, versucht eine Schwester Daten aus mir herrauszuquetschen.

Wieder werden aus Sekunden Minuten. "Ihre Frau hat eine schwere Hirnblutung. Wir telefonieren noch nach einer Fachklinik, der Heli aus der Schweiz ist gestartet, er ist nachtflugtauglich" Soll ich heulen oder mich freuen? " Wir haben ein Platz in R. bekommen (ca. 80 km entfernt), der Heli fliegt sie hin, sobald sie stabil ist Gehen Sie am Besten nach Hause"

Ich komme irgendwie bei meinem Auto an und sehe, wie der Heli landet. Was soll ich jetzt heimfahren? Ich warte mit dem Gedanken: Bleib hier bis der Heli abhebt. Wenn er leer startet, macht es keinen Sinn die Kinder anzurufen....

Der Heli startet mit meiner Frau. Ich bete. Verdammt, wie lange habe ich das bewußt nicht mehr gemacht?! Ich nehme das Handy und rufe an. Es klingelt. Verschlafen meldet sich mein Sohn. "Bitte weck Deine Schwester. Es ist ganz wichtig" 
Als auch sie wach ist, erzähle ich heulend die Situation. 
Sie lassen Alles stehen und liegen und fahren fast zeitgleich mit mir zur Fachklinik.
14.12.07 23:15
 


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